REFLEXINTEGRATION - DAS TRAINING:
Ein Bewegungstraining für das Gehirn -
der Aufbau von starken Nervenbahnen
Was sind frühkindliche Reflexe?
Ein Reflex ist eine nicht steuerbare, automatische Bewegung, die nicht willentlich beeinflussbar ist. Er wird vom Gehirn ausgelöst.
Frühkindliche Reflexe, oder auch primitive Reflexe genannt, sind eine Gruppe von Reflexen, die für die neuronale Reifung des Kindes im Mutterleib verantwortlich ist. Aber nicht nur im Mutterleib, sondern auch bei und nach der Geburt.
Die Reflexe haben ihren Sitz im Stammhirn, viele Nervenbahnen zwischen dem Gehirn und dem Körper laufen hier zusammen und leiten Impulse zu den entsprechenden Gebieten der Großhirnrinde weiter.
Was sind ihre Aufgaben?
Frühkindliche Reflexe festigen die Nervenbahnen. Wenn sie ihren Job erledigt haben, treten sie wieder in den Hintergrund, mit sechs bis spätestens 12 Monaten sollten die Reflexe automatisch gehemmt werden, um eine höhere Entwicklung des Gehirns zu ermöglichen.
Die frühkindlichen Reflexe sind die wichtigste Basis für kindliche Entwicklung und stellen die Grundlage für das Lernen und Verhalten dar.
Sobald die Verknüpfung aller Areale im Hirn entstanden ist, spricht man von neuronaler Schulreife.
Was bedeuten persistierende frühkindliche Reflexe?
Wenn frühkindliche Reflexe nicht in den ersten Lebensjahren gehemmt wurden, dann wurden nicht alle Reifungsstufen des Nervensystems durchschritten. Mögliche Gründe für die fehlende Integration der frühkindlichen Reflexe können Probleme in der Schwangerschaft, schwere Geburt bzw. Kaiserschnitt oder geringe Bewegungsoptionen des Kleinkindes sein.
Das kann auf die Ursache von späteren Lern- und Verhaltensproblemen hindeuten, z.B.
- Unkonzentriertheit,
- Hyperaktivität,
- fehlende Impulskontrolle,
- Gleichgewichtsprobleme,
- Ungeschicklichkeit,
- fein-/grobmotorische Schwäche und
- schwacher Muskeltonus.
Was macht das Reflexintegrationstraining?
Durch das rhythmische Bewegungstraining kann die Integration von frühkindlichen Reflexen nachgeholt werden. Aktiv ausgeführte Bewegungen mit exaktem Rhythmus lassen das Kleinhirn nachreifen und Entwicklungsverzögerungen können aufgeholt werden, Wahrnehmungsprobleme verschwinden. Es ist eine gezielte Unterstützung zur Entwicklungsförderung durch ein hocheffizientes Bewegungsprogramm mit einachen, kindgerechten Übungen.
Wie funktioniert das Training?
Wenn Sie sich für eine Behandlung entscheiden, ermittle ich anhand eines neuromotorischen Tests den Entwicklungsstand des Kindes und zeige schon in der ersten Stunde Übungen, die Sie die nächsten 4 Wochen zu Hause mit Ihrem Kind durchführen sollen.
Danach treffen wir uns einmal im Monat für eine Stunde, in der die Reflexe der Reihe nach getestet und integriert und die Übungen für die 4 Wochen zu Hause besprochen werden.
Der Zeitaufwand für die Hausübungen beträgt ungefähr 10 Minuten pro Tag an 5 Tagen in der Woche. Bei den Übungen benötigt das Kind die Hilfe der Eltern.
Das Training dauert zwischen 6 und 12 Monaten, je nach Anzahl persistierender frühkindlicher Reflexe.
Ich arbeite mit Kindern ab dem 6. Lebensjahr und auch mit Erwachsenen.
Vor allem Kinder mit Lese- Rechtschreibschwäche oder Rechenschwäche erzielen anhand der Integration starke Verbesserungen in der Schule , da die Informationsübertragungen von Stammhirn zur Großhirnrinde nicht mehr von persistierenden Reflexen gestört wird.
Für die Kinder heißt das: bessere Konzentration, ruhigeres Arbeiten und eine bessere Wahrnehmung mit allen Sinnen! Denn wer gut zuhören und zusehen kann, lernt schneller.
Möchten Sie wissen, ob Ihr Kind mögliche persistierende Reflexe hat?
Füllen Sie den Fragebogen aus.
Bei mehr als 7 „JA“ Antworten empfehle ich auf Wunsch ein kostenloses telefonisches Beratungsgespräch.
Ich erkläre Ihnen den Nutzen von Reflexintegration und Sie können mir Ihre Fragen dazu stellen.
Moro-Reflex:
Durch die Tendenz zum Weitblick ist nahes Sehen für das Kind oft schwierig und hat so Einfluss auf die Lesefähigkeit.
Es besteht eine Lichtempfindlichkeit und die schwarzen Buchstaben auf dem weißen Papier fangen an zu "tanzen".
Ängstlichkeit, Panik, Schulangst, sowie Abneigung gegen Veränderungen ist eine häufige Erscheinung, wenn dieser Reflex nicht integriert ist. Auch können diese Kinder weniger Kritik akzeptieren und haben meist ein sehr schwaches Selbstwertgefühl.
Weitere Kennzeichen: Gleichgewichts- und Koordinationsprobleme, Phasen von Hyperaktivität und Ermüdung,
FLR - Flucht Lähmungs-Reflex:
Der aktive Reflex verhindert das Zusammenarbeiten von allen Gehirnarealen, denn das Stammhirn übernimmt die Kontrolle, dies führt zu Konzentrationsproblemen beim Kind und zum "Tunnelblick" (Freisetzung von Adrenalin), was rasches und flexibles Denken unmöglich macht. Prüflinge sprechen dann vom "Blackout".
Es gibt im allgemeinen eine geringe Stresstoleranz., Schulangst und Ängstlichkeit.
Landau-Reflex:
Beim Landau-Reflex beginnt das Baby in Bauchlage den Kopf und die Brust anzuheben. Bei einem integrierten Landau arbeiten Ober- und Unterkörper koordiniert zusammen, das Kind hat eine gute Körperhaltung und -spannung (gute Hals- und Rückenmuskulatur). Ist der Reflex noch offen, wird der Blick durch eine schlechte Haltung eher nach unten gerichtet und die Kinder "liegen" meist auf dem Tisch oder lümmeln beim Schreiben. So kommt es zu einer Behinderung der Atmung und das Gehirn wird nicht ausreichend stimuliert, Aufmerksamkeits- und Konzentrationsprobleme entstehen.
STNR - Symmetrisch Tonischer Nackenreflex:
75% der Kinder mit Legasthenie und Lernstörungen haben einen aktiven STNR.
Der Reflex wird ungefähr ab dem 10. Lebensmonat gehemmt und ist wichtig für die Fernsicht, die Raumwahrnehmung und das Hören.
Das Abschreiben von der Tafel scheint unmöglich, da das ständige Auf- und Abschauen eine reflexartige Haltungsveränderung zur Folge hat und zu Verkrampfungen führt. Das Kind kann nicht gerade auf dem Stuhl sitzen, ist hibbelig und unkonzentriert, es arbeitet lieber stehend oder auf dem Bauch liegend.
Kinder mit offenem STNR sitzen sehr gerne zwischen den Fersen ("Fersensitz" oder "Zwischenfersensitz") und gehen tendenziell auf Zehenspitzen.
In der Schule werden schriftliche Aufgaben werden eher vermieden, mündliche Prüfungen sind dafür beliebter.
ATNR - Asymmetrisch Tonischer Nackenreflex:
Der Reflex, der beim Lesen die größten Probleme verursacht und bei Personen mit LRS meist nicht integriert ist.
Der ATNR ist sehr wichtig für die auditive, die visuelle und die räumliche Wahrnehmung.
Durch den Reflex kann die Dominanz (Auge / Ohr / Hand) entwickelt werden.
Auch die Hand-Auge-Koordination ist vom integrierten Reflex abhängig.
Wenn der Reflex aber noch steht, dann ist die auditive und die visuelle Wahrnehmung gestört und die Orientierung im Raum wird behindert. Diese Kinder machen viele Rechtschreib- und Grammatikfehler oder können Laute nicht differenzieren (phonologische Bewusstheit).
Wichtig ist hier auch das Auge und die Zusammenarbeit beider Augen.
Die Überkreuzung der Körpermittellinie ist erschwert.
Auch eine mangelnde Hand-Augekoordination zeigt sich in der Stifthaltung und der Schönschrift.
TLR - Tonischer Labyrinth-Reflex:
Dieser Reflex ist sehr wichtig für das stabile Gleichgewicht, die Kontrolle über den Körper und das visuelle Feld.
Kinder mit Höhenangst, Schwierigkeiten bei Abschätzen der Entfernungen oder der Orientierung im Raum und auch Gleichgewichtsprobleme zeigen einen persistierenden Reflex. Oft sind es auch "Zehengänger", die einen offenen TLR haben.
Das Schulkind verdreht Buchstaben, hat Probleme beim Abschreiben von der Tafel, erkennt Buchstaben nicht oder orientiert sich nur schwer auf Buch- und Heftseiten (visuelle Wahrnehmung), hat ein schlechtes Zeitgefühl oder Schwierigkeiten logische Reihenfolgen (Zahlenreihen, grammatikalische Sätze, eine Geschichte erzählen) einzuhalten und ist eher unordentlich und chaotisch .
Dyskalkulie oder Rechenschwäche können hier zugeordnet werden.